21. Januar 2025 · Prozess

Wiederkehrende Aufgaben lähmen und binden Ressourcen

Immer wieder dieselben Aufgaben, aber kein einheitlicher Ablauf: Jede Anfrage, jede Freigabe, jede Abrechnung fühlt sich an wie Einzelanfertigung. Standards, Playbooks und Templates fehlen, dadurch geht viel Zeit in Routine statt in Fortschritt.

Was ist los?

Viele Tätigkeiten wiederholen sich täglich, wöchentlich oder monatlich: Angebote, Onboardings, Reportings, Freigaben, Rechnungen, interne Abstimmungen. Doch jede Person arbeitet nach eigenem Stil; Abläufe, Zuständigkeiten und Qualitätskriterien sind nur teilweise oder gar nicht dokumentiert. Dadurch dauern Aufgaben länger, Fehler passieren häufiger, und wertvolle Ressourcen sind mit „immer dem Gleichen“ beschäftigt.

Symptome & Folgen

  • Viel Zeitaufwand für Standardaufgaben Zu wenig Kapazität für strategische oder hochwertige Arbeit
  • Unterschiedliche Qualität je nach Person und Tagesverfassung Nacharbeit, Reklamationen, Frust im Team
  • Tasks „verschwinden“ oder bleiben liegen Unklare Verantwortlichkeit, Stress kurz vor Deadlines
  • Einarbeitung neuer Mitarbeitender dauert lange Wissen hängt an einzelnen Personen statt im System
  • Kein Überblick, wo Bottlenecks entstehen Gefühl von Dauerhektik ohne klaren Hebel
  • Playbooks, Checklisten oder Templates sind angekündigt, aber nie konsequent eingeführt Digitales und analoges Chaos statt klarer Leitfäden

Warum passiert das?

In Wachstumsphasen werden Prozesse pragmatisch gelöst: Hauptsache, die Arbeit ist erledigt. Standards, Playbooks und Templates wirken zunächst wie „zusätzlicher Aufwand“, der vom Tagesgeschäft abhält. Ohne bewusstes Prozess-Design bleibt jede Person bei ihrer eigenen Arbeitsweise – mit entsprechend vielen Varianten und Brüchen.

Typische Ursachen

  • Mindset: Prozessarbeit wird als Bürokratie statt als Entlastung verstanden
  • Transparenz: Wiederkehrende Tätigkeiten werden nicht als Prozesse erkannt, sondern als „Einzelfälle“ erlebt
  • Tools: Kein einfaches Task- und Prozess-Tracking, wenig Nutzung von Vorlagen und Checklisten
  • Verantwortung: Niemand ist explizit für Prozessqualität und -vereinheitlichung zuständig

Was ist zu tun?

Der Schlüssel liegt in der Standardisierung der 10–20 wichtigsten Routineprozesse – in einfachen, nutzbaren Formen: Checklisten, Templates, kurze Playbooks und ein sichtbares Task-Tracking. Nicht „alles auf einmal“, sondern schrittweise, mit Fokus auf die größten Zeitfresser und Fehlerquellen.

  1. Analyse
    Wichtigste wiederkehrende Aufgaben identifizieren und grob beschreiben
    Woche 1
  2. Plan
    Top-Prozesse priorisieren und erste Standards, Checklisten und Templates entwerfen
    Woche 2–4
  3. Umsetzung
    Playbooks testen, Task-Tracking einführen, kontinuierlich nachschärfen
    Woche 5–12

Aufgaben

  • Top-20-Routinetätigkeiten sammeln (wöchentlich/monatlich) und nach Zeitaufwand sortieren
  • 3–5 Prozesse mit höchstem Hebel auswählen und in einfache Schrittfolgen zerlegen
  • Checklisten & Templates erstellen (z.B. Angebotsvorlage, Onboarding-Checkliste, Standard-Mailtexte)
  • Ein einfaches Task-Board (digital oder physisch) einführen, auf dem wiederkehrende Aufgaben sichtbar sind
  • Rollen & Zuständigkeiten je Prozess definieren (wer startet, wer prüft, wer schließt ab?)
  • Monatliche Prozess-Reviews einplanen, um Standards zu verbessern und Engpässe zu lösen