12. April 2025 · Strategie

Vertrieb läuft schleppend – gute Produkte, zu wenig Abschlüsse

Produkte sind konkurrenzfähig, Kund:innen sind grundsätzlich interessiert – aber Abschlüsse kommen nur mühsam zustande. Vertriebspartner, direkter Verkauf und Preismodelle greifen nicht ineinander, Erwartungen an Margen und Volumen bleiben unerfüllt.

Was ist los?

Es gibt erste Kund:innen, gute Rückmeldungen und solide Referenzen. Trotzdem bleibt der Vertrieb hinter den Erwartungen zurück. Anfragen versanden, Angebote werden nicht entschieden, Vertriebspartner bleiben unter ihren Zusagen. Die Preismodelle sind historisch gewachsen, Margen, Rabatte und Rollen im Vertrieb sind nicht klar genug definiert.

Symptome & Folgen

  • Wenige qualifizierte Leads und lange Sales-Zyklen Langsames Wachstum, hohe Abhängigkeit von Einzelabschlüssen
  • Vertriebspartner liefern deutlich unter Zusage Frust auf beiden Seiten, unklar, wer welches Investment trägt
  • Preismodelle und Margen sind intransparent oder schwer zu vermitteln Rabattdruck, ad-hoc Entscheidungen, sinkende Profitabilität
  • Kein klarer Mix aus Direktvertrieb und Partnerschaften Ressourcen werden verzettelt, Fokus fehlt
  • Keine gemeinsame Pipeline-Logik mit Partnern Wenig Transparenz über Forecast und Aktivitäten
  • Erwartungshaltungen an Marge und Einsatz nicht abgeglichen Partner sehen das Produkt nicht als Priorität

Warum passiert das?

Der Vertrieb wurde häufig schrittweise aufgebaut: hier ein Partner, dort ein Direktansatz, zwischendurch Preisanpassungen. Was fehlt, ist ein klares Vertriebsmodell: welche Zielkund:innen über welche Kanäle mit welchem Nutzenversprechen und welchen Margen erreicht werden sollen. Partner werden als „Verstärker“ gesehen, aber nicht als eigenständige Geschäftsmodelle mit ihren eigenen Zwängen, Kostenstrukturen und Prioritäten.

Typische Ursachen

  • Strategie: Unklare Priorisierung von Direktvertrieb vs. Partnervertrieb, kein definiertes Zielkundenprofil
  • Preismodell: Historisch gewachsene Preise und Rabatte, wenig durchdekliniert für unterschiedliche Kanäle
  • Partnerschaften: Erwartungen an Volumen und Einsatz nicht explizit gemacht, keine gemeinsamen Pläne
  • Umsetzung: Kein strukturierter Sales-Funnel, wenig systematisches Nachfassen und Qualifizieren

Was ist zu tun?

Vertrieb braucht ein klares, einfach kommunizierbares Modell: Wer ist die Kernzielgruppe, über welche Kanäle wird sie angesprochen, und wie sehen Preise, Margen und Rollenverteilung aus? Dazu ein strukturierter Funnel mit klaren Aktivitäten und Kennzahlen.

  1. Analyse
    Bestehende Kunden, Kanäle und Deals auswerten: Wer kauft warum, zu welchen Konditionen?
    Woche 1–2
  2. Plan
    Zielkunden, Kanäle, Preismodell und Partnertypen definieren, klare Erwartungshaltungen formulieren
    Woche 3–4
  3. Umsetzung
    Sales-Funnel aufsetzen, Partnervereinbarungen schärfen, Aktivitäten und Kennzahlen etablieren
    Woche 5–10

Aufgaben

  • Ideal-Kund:innenprofil definieren (Segment, Größe, Nutzen, Kaufanlass)
  • Vertriebskanäle priorisieren: Direktvertrieb, ausgewählte strategische Partner, ggf. Online-Kanäle
  • Preismodell & Marge je Kanal durchrechnen und klar dokumentieren (inkl. Zielmargen für Partner)
  • Partner-Canvas erstellen: Warum soll ein Partner das Produkt pushen, was verdient er, was bringt er ein?
  • Sales-Funnel in wenigen Stufen definieren (Lead, Qualifizierung, Angebot, Verhandlung, Abschluss) mit klaren Aktivitäten
  • Review-Rhythmus einführen: monatlicher Pipeline- und Partner-Check mit klaren Entscheidungen