08. Mai 2025 · Strategie

Skalierung funktioniert nicht – gute Basis, keine Traktion

Produkt und Leistung sind erprobt, erste Kund:innen sind zufrieden – aber der Schritt in größere Stückzahlen oder neue Märkte gelingt nicht. Produktdarstellung, Marktverständnis, Finanzierung und Partnerstrategie greifen nicht zusammen.

Was ist los?

Die Anfangsphase ist geschafft: Es gibt Referenzen, das Angebot liefert Mehrwert. Doch sobald es größer werden soll – mehr Kund:innen, neue Regionen, eventuell Ausland – stockt die Entwicklung. Produktdarstellung ist komplex oder stark erklärungsbedürftig, die Zielmärkte sind nur grob definiert, und es ist unklar, ob und wie internationale Schritte funktionieren könnten und wie diese finanziert werden sollen.

Symptome & Folgen

  • Wachstum kommt in Wellen statt in planbaren Stufen Hohe Abhängigkeit von Einzeldeals oder einzelnen Kund:innen
  • Produktdarstellung ist schwer zu verstehen oder stark erklärungsbedürftig Skalierbare Kommunikation und Vertrieb sind schwer aufsetzbar
  • Zielmärkte und Regionen sind nur diffus definiert („vielleicht Ausland“) Ressourcen verzetteln sich, statt fokussiert zu investieren
  • Keine klare Internationalisierungsstrategie Zufällige Kontakte statt systematische Markteintritte
  • Finanzierungsfragen ungeklärt (Eigenmittel, Fremdkapital, Partner) Wachstumsschritte werden verschoben oder nur halbherzig umgesetzt
  • Unklar, welche Partnerrollen wirklich gebraucht werden Viele Gespräche, wenig belastbare Setups

Warum passiert das?

Die frühe Phase eines Unternehmens ist stark von Opportunitäten geprägt: man nimmt Chancen, wie sie kommen. Für Skalierung braucht es dagegen klare Entscheidungen: welches Angebot in welcher Form für welche Märkte priorisiert wird – inklusive einer Vorstellung, wie Organisation, Partnerlandschaft und Finanzierung dazu passen. Häufig fehlt ein konkretes Skalierungsdesign, das Produkt, Markt, Organisation und Kapital zusammenbringt.

Typische Ursachen

  • Angebot: Produkt nicht ausreichend fokussiert oder modularisiert, Nutzenversprechen schwer verdichtbar
  • Markt: Kein klares Zielmarkt-Portfolio, wenig Priorisierung nach Attraktivität und Zugang
  • Finanzierung: Keine durchgerechneten Szenarien, wie Skalierungsschritte finanziert und abgesichert werden
  • Struktur: Organisation und Prozesse nicht auf wachsende Volumina und neue Regionen ausgelegt

Was ist zu tun?

Skalierung braucht ein konkretes Wachstumsdesign: ein fokussiertes Produkt- oder Leistungsbündel, klar priorisierte Märkte, einen strukturierten Markteintrittsplan und ein sauberes Finanzierungs-Setup. Dazu gehört auch die Frage, wer welche Rolle spielt: eigenes Team, strategische Partner, Investor:innen.

  1. Analyse
    Produkt/Leistungsangebot, bestehende Kund:innen, Märkte und Kapazitäten durchleuchten
    Woche 1–2
  2. Plan
    Skalierungsziele, Zielmärkte, Produktdarstellung und Finanzierungsrahmen definieren
    Woche 3–5
  3. Umsetzung
    Markteintritts-Experimente, Partneraufbau und interne Anpassungen schrittweise umsetzen
    Woche 6–16

Aufgaben

  • Skalierbares Angebotsbündel definieren: klare Pakete, Nutzenversprechen und Preislogik
  • Zielmärkte bewerten und priorisieren (Attraktivität, Zugang, Wettbewerb, Ressourcenbedarf)
  • Skalierungsszenarien durchrechnen (Umsatz, Kosten, Kapitalbedarf) inkl. konservativem Szenario
  • Finanzierungsstrategie festlegen (Eigenmittel, Bank, Förderungen, Investor:innen)
  • Markteintrittsplan je Markt definieren (Pilotkunden, Partner, Marketing-/Vertriebshebel)
  • Monitoring aufsetzen: wenige, klare Kennzahlen für Fortschritt und Lernschleifen