29. März 2025 · Finanzen

Vermögensaufbau & Werterhalt: Geld ist da, der Plan fehlt

Auf dem Konto liegt Geld, im Unternehmen entsteht Wert – aber die Frage bleibt: Wie daraus strukturiert Vermögen und langfristiger Werterhalt wird. Es gibt viele Anlageklassen und Möglichkeiten, aber keinen klaren Fahrplan, keine abgestimmten Ziele und wenig Automatisierung.

Was ist los?

Die Firma entwickelt sich gut, Gewinne werden regelmäßig erwirtschaftet, Privatkonten sind gut gefüllt. Trotzdem werden größere Beträge oft einfach stehen gelassen oder in spontane Ideen gesteckt – ohne klares System für Vermögensaufbau und Werterhalt. Die Unterscheidung zwischen Liquiditätsreserve, Investitionskapital und „Spielgeld“ ist unscharf, und die Unternehmensstruktur wird für Investitionen selten strategisch genutzt.

Symptome & Folgen

  • Hohe Guthaben auf Giro- oder Tagesgeldkonten ohne klare Funktion Inflation frisst Kaufkraft, Anlagechancen bleiben ungenutzt
  • Spontane Einzelinvestments (Immobilie, Beteiligung, „Tipp“) Kein Gesamtbild, Klumpenrisiken und Unsicherheit im Risiko-Profil
  • Keine klaren Ziele und Zeiträume für Vermögensaufbau Unklar, wofür welches Geld eigentlich „arbeitet“
  • Kein automatisierter Vermögensaufbau (Sparpläne, Daueraufträge) Investitionen hängen von Stimmung und Zeit ab
  • Unternehmensstruktur wird nicht genutzt (Holding, Betriebs-/Privatvermögen) Steuerliche Vorteile und Schutzmechanismen bleiben liegen
  • Angst, „falsch“ zu investieren Entscheidungen werden verschoben, Vermögen bleibt unstrukturiert

Warum passiert das?

Der Fokus liegt im Alltag auf Umsatz, Projekten und operativer Performance – nicht auf der Frage, wie Gewinne in strukturiertes Vermögen übersetzt werden. Viele Unternehmer:innen haben zwar ein gutes Gefühl für ihr Geschäft, aber wenig Zeit oder Freude an Finanzplanung im privaten und unternehmerischen Verbund. Banken, Produktanbieter und Steuerberatung liefern Einzelbausteine, aber selten einen integrierten Vermögensplan mit klaren Regeln.

Typische Ursachen

  • Organisation: Kein klarer Verantwortlicher oder Rhythmus für Vermögensplanung, Entscheidungen ad hoc
  • Ziele: Finanzielle Ziele (Zeit, Beträge, Lebensphasen) sind nicht konkretisiert oder nicht priorisiert
  • Daten & Übersicht: Kein konsolidiertes Bild über Konten, Depots, Immobilien, Beteiligungen und Risiken
  • Prozess: Keine automatisierten Spar- und Investitionsprozesse, fehlende Regeln für Entnahmen und Re-Investitionen

Was ist zu tun?

Entscheidend ist ein einfaches, aber klares Vermögenssystem: Ziele definieren, Vermögen in „Töpfe“ gliedern (Sicherheit, Wachstum, Chancen) und dazu passende Instrumente auswählen. Ergänzt um Automatisierung (Sparpläne, Daueraufträge) und eine Struktur, die zu Unternehmen und Privatleben passt.

  1. Analyse
    Ist-Bild erstellen: Konten, Depots, Immobilien, Beteiligungen, Schulden und Risiken
    Woche 1
  2. Plan
    Ziele und Zeithorizonte definieren, Vermögens-Töpfe festlegen (Sicherheit, Wachstum, Chancen)
    Woche 2–3
  3. Umsetzung
    Konten- & Depotstruktur aufsetzen, Sparpläne und Daueraufträge einrichten, Review-Rhythmus vereinbaren
    Woche 4–8

Aufgaben

  • Vermögens-Übersicht erstellen: alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in einem einfachen Sheet zusammenführen
  • Finanzielle Zielbilder definieren (z.B. Sicherheitsreserve, gewünschtes Passiv-Einkommen, Zielvermögen je Lebensphase)
  • Töpfe & Quoten festlegen: wie viel Prozent in Sicherheit, wie viel in Wachstum, wie viel in Chancen fließt
  • Konten- & Depotstruktur anpassen (z.B. separates Investitionskonto, privates Depot, ggf. Holdingstruktur prüfen)
  • Automatisierung einführen: Sparpläne, Daueraufträge und Re-Investitionsregeln festlegen
  • Review-Termine 1–2x pro Jahr fix im Kalender eintragen (gemeinsam mit Steuerberatung/Finanzpartner:innen)