24. Mai 2025 · Prozess

Outsourcing – aber richtig

Vieles ließe sich auslagern – Buchhaltung, Marketing, IT, Logistik, Administration. Doch die Frage ist: Was soll wirklich raus, was bleibt im Kernteam, und wie werden externe Partner so eingebunden, dass Qualität, Wissen und Steuerbarkeit erhalten bleiben?

Was ist los?

Die Aufgabenliste wächst, das Team ist ausgelastet, und die Idee liegt auf der Hand: „Wir müssen mehr outsourcen.“ Agenturen, Freelancer, Dienstleister:innen werden ins Spiel gebracht – oft auf Zuruf oder aus Empfehlungen. Doch nach einiger Zeit zeigt sich: Schnittstellen sind unsauber, Abhängigkeiten hoch, Qualität schwankt, und intern ist nicht klar, wer was steuert.

Symptome & Folgen

  • Unklar, was intern bleiben muss und was wirklich ausgelagert werden kann Über- oder Unteroutsourcing, Verlust von Kernkompetenz oder Überlastung des Teams
  • Abhängigkeit von einzelnen externen Partnern Risiko bei Ausfall, Konflikten oder Preisänderungen
  • Schnittstellenprobleme: Briefings unklar, Ergebnisse nicht wie erwartet Nacharbeit, Frust auf beiden Seiten
  • Kosten sind schwer nachvollziehbar oder steigen schleichend Unsicherheit über Wirtschaftlichkeit des Outsourcings
  • Intern fehlt „Owner:in“ für ausgelagerte Themen Niemand steuert Qualität, Umfang und Prioritäten der externen Leistungen
  • Externe Meinungen und Angebote sind schwer vergleichbar Entscheidungen werden nach Bauchgefühl statt nach klaren Kriterien getroffen

Warum passiert das?

Outsourcing wird häufig aus Belastung heraus entschieden („Wir schaffen es nicht mehr selbst“) statt aus einer klaren Make-or-Buy-Logik. Es fehlt ein Bild davon, was zum Kern des Unternehmens gehört und was besser durch spezialisierte Partner erbracht wird. Dazu kommen unklare Rollen: externe Dienstleister werden entweder zu „Erfüllungsgehilfen“ oder zu informellen Mitentscheidern, ohne dass Governance und Verantwortlichkeiten klar geregelt sind.

Typische Ursachen

  • Kein Make-or-Buy-Rahmen: Entscheidungen werden ad hoc getroffen, ohne Grundprinzipien
  • Rollenunklarheit: Unsaubere Trennung zwischen Steuerung (intern) und Umsetzung (extern)
  • Partnerwahl: Auswahl nach Verfügbarkeit oder Sympathie statt nach klaren Kriterien
  • Fehlende externe Sparringspartner: Niemand hilft, Setup und Verträge neutral zu beurteilen

Was ist zu tun?

Gutes Outsourcing beginnt mit Klarheit: Was ist Kern, was kann standardisiert abgegeben werden, und welche Rolle hat das interne Team? Danach können passende Partnerprofile, Auswahlkriterien und Steuerungsmechanismen definiert werden – inklusive klarer Erwartungen, Schnittstellen und Exit-Optionen.

  1. Analyse
    Aufgaben- und Themenfelder sortieren: Kernkompetenzen, Unterstützungsbereiche, Admin
    Woche 1–2
  2. Plan
    Make-or-Buy-Prinzipien definieren, Partnerprofile und Auswahlkriterien festlegen
    Woche 3–4
  3. Umsetzung
    Pilot-Outsourcing aufsetzen, Verträge und Steuerungsroutinen etablieren, laufend nachjustieren
    Woche 5–16

Aufgaben

  • Aufgabeninventur durchführen: was wird heute intern gemacht, mit welchem Zeitaufwand und welcher Kritikalität?
  • Kernbereiche definieren, die aus strategischen Gründen im Unternehmen bleiben sollen
  • Outsourcing-Kandidaten identifizieren (z.B. Buchhaltung, IT, Marketing, Backoffice) und priorisieren
  • Partnerprofile & Kriterien formulieren (Kompetenz, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, Werte-Fit)
  • Interne Owner-Rolle je ausgelagertem Bereich festlegen (Ansprechperson, Qualitätssicherung, Budgetverantwortung)
  • Regelmäßige Partner-Reviews einplanen, um Leistung, Zusammenarbeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen