03. Juni 2025 · Strategie

Firmenverkauf geplant – aber kein:e Käufer:in in Sicht

Der Wunsch ist klar: Die Firma soll übergeben oder verkauft werden. Aber Gespräche kommen nicht voran, Interessenten springen ab, und der wahrgenommene Firmenwert liegt deutlich unter den Erwartungen.

Was ist los?

Nach Jahren des Aufbaus ist es Zeit für einen nächsten Schritt: Verkauf, Nachfolge oder Teil-Exit. Es gibt lose Gespräche mit möglichen Käufer:innen, Banken oder Berater:innen – aber weder ein attraktives Bild der Firma noch eine Struktur, die einen Einstieg einfach macht. Prozesse, Rollen, Zahlen und Abhängigkeiten sind stark auf die Person der Eigentümer:in ausgerichtet. Der gefühlte Wert passt nicht zu dem, was Markt und potenzielle Käufer:innen sehen.

Symptome & Folgen

  • Große Spannbreite zwischen eigenem Wertgefühl und externen Bewertungen Frustration, Rückzug aus Gesprächen, „dann halt nicht“
  • Hohe Abhängigkeit vom Eigentümer / von Schlüsselpersonen Käufer:innen sehen Integrations- und Ausfallsrisiko
  • Strukturen und Prozesse nicht dokumentiert oder standardisiert Einstiegshürde für Käufer:innen ist hoch, Due Diligence wird mühsam
  • Restrukturierungsbedarf im Vorfeld ist hoch Verkauf verzögert sich, Eigentümer:in bleibt länger gebunden als gewünscht
  • Unklare Story: Was kauft man eigentlich – Cashflow, Marke, Systeme, Team? Schwache Verhandlungsposition und wenig Wettbewerb unter Interessenten
  • Nachfolge im eigenen Umfeld (Familie, Management) ist nicht vorbereitet Interne Käufer:innen fühlen sich überfordert oder gar nicht angesprochen

Warum passiert das?

Unternehmen werden oft über Jahre hinweg stark auf die Person der Eigentümer:in gebaut – mit kurzen Wegen, informellen Lösungen und viel implizitem Wissen. Beim Verkauf ist aber eine andere Perspektive entscheidend: Käufer:innen suchen planbare Cashflows, klare Strukturen, dokumentierte Prozesse, eine tragfähige Organisation und ein verständliches Risikoprofil. Wenn diese Elemente fehlen, sinkt die Zahlungsbereitschaft oder das Interesse ganz.

Typische Ursachen

  • Struktur: Unklare Trennung von Betriebs- und Privatvermögen, komplexe oder veraltete Gesellschaftsstruktur
  • Organisation: Hohe Personengebundenheit, wenig dokumentierte Abläufe, kaum zweite Reihe
  • Zahlen & Transparenz: Keine aussagekräftigen, aufbereitete Kennzahlen für Käufer:innen (EBIT, Cashflow, Pipeline)
  • Story: Kein klares, attraktives Narrativ, warum dieses Unternehmen für wen ein guter Kauf ist

Was ist zu tun?

Ein geplanter Verkauf braucht Vorbereitung: Strukturen ordnen, Personengebundenheit reduzieren, Kennzahlen und Story aufbereiten. Parallel dazu gilt es, mögliche Käufergruppen zu definieren und realistische Wert- und Prozessvorstellungen zu entwickeln. Häufig ist eine Vor-Restrukturierung sinnvoll, bevor der eigentliche Verkaufsprozess startet.

  1. Analyse
    Ausgangslage, Abhängigkeiten, Strukturen und Kennzahlen prüfen – grobes „Verkaufs-Fitness“-Bild erstellen
    Woche 1–3
  2. Plan
    Zielbild für Verkauf/Nachfolge, mögliche Käufergruppen und erforderliche Vorbereitungen definieren
    Woche 4–8
  3. Umsetzung
    Restrukturierung, Dokumentation, KPI-Aufbereitung und Auswahl geeigneter M&A-Partner:innen
    Monat 3–12

Aufgaben

  • Verkaufsfähigkeits-Check durchführen (Struktur, Organisation, Zahlen, Marktposition)
  • Gesellschafts- und Vermögensstruktur mit Steuer- und Rechtspartner:innen prüfen und ggf. neu ordnen
  • Kernkennzahlen aufbereiten (Umsatz, EBITDA/EBIT, Cashflow, Kundenstruktur, Pipeline)
  • Nachfolger:innen-Potenzial im eigenen Umfeld prüfen (Familie, Management, Mitarbeitende)
  • Verkaufsstory entwickeln: Warum ist das Unternehmen für welche Käufergruppe attraktiv?
  • Externe Begleitung klären (M&A-Beratung, Steuer, Recht), inkl. Rollen und Kostenmodell