Vom Einkommen zum Vermögen: Wann fange ich an?
Das Unternehmen trägt Sie, das Einkommen passt. Vermögen entsteht daraus aber kaum, weil jeder Überschuss wieder ins Geschäft oder in den Alltag fließt. Der richtige Zeitpunkt zum Anfangen scheint immer später zu liegen.
VermögenStand:
Was ist los?
Solange das Unternehmen wächst, scheint jeder Euro dort am besten aufgehoben. Gleichzeitig steigen die privaten Ausgaben mit dem Einkommen, sodass am Ende des Jahres wenig übrig bleibt, das bewusst angelegt wird. Vermögen ist dann vor allem das Unternehmen selbst, und dessen Wert hängt oft an der eigenen Arbeitskraft. Der Gedanke „wenn es ruhiger wird, fange ich an“ begleitet viele Selbstständige über lange Zeit.
Symptome & Folgen
- Überschüsse bleiben ungeplant am Konto oder werden reinvestiert → privates Vermögen wächst kaum
- Der Lebensstil steigt mit jedem besseren Jahr → der Abstand zwischen Einnahmen und Ausgaben bleibt klein
- Das Unternehmen ist der einzige Vermögenswert → ein Ausfall der eigenen Arbeitskraft trifft Einkommen und Vermögen zugleich
- Der Anfang wird an ein Ereignis geknüpft, etwa an ein ruhigeres Jahr → der Zeitpunkt kommt nie
- Keine Vorstellung, wofür Vermögen da sein soll → jede Anlageidee wirkt gleich gut oder gleich riskant
- Entnahmen richten sich nach dem Kontostand → die private Planung schwankt mit dem Geschäft
Warum passiert das?
Bei Selbstständigen und Unternehmer:innen sind Einkommen und Unternehmen eng verbunden, der Unterschied zwischen dem, was das Geschäft verdient, und dem, was privat bleibt, verschwimmt. Aus Sicht des Unternehmens wirkt jede Reinvestition vernünftig, und oft ist sie das auch. Es fehlt aber die Entscheidung als Eigentümer:in, welcher Teil des Erfolgs dauerhaft außerhalb des Unternehmens aufgebaut werden soll.
Typische Ursachen
- Keine Eigentümersicht: gedacht wird als Geschäftsführer:in, nicht als Eigentümer:in mit eigenen Zielen
- Keine Entnahmeregel: was privat ankommt, hängt vom Kontostand ab, nicht von einer Vereinbarung mit sich selbst
- Warten auf den richtigen Moment: der Anfang wird von Ruhe, Größe oder Sicherheit abhängig gemacht
- Ausgaben ohne Grenze: private Kosten wachsen mit, weil kein Maßstab festgelegt ist
- Zweck unklar: offen, ob Vermögen Sicherheit, Unabhängigkeit oder späteres Einkommen bringen soll
Was ist zu tun?
Der Anfang hängt weniger vom Betrag ab als von einer Regel: Ein fester Anteil des Erfolgs geht verlässlich aus dem Unternehmen in den Aufbau von Vermögen, bevor über Reinvestition und Ausgaben entschieden wird. Dafür braucht es eine Eigentümersicht auf das Unternehmen und ein klares Ziel, wofür das Vermögen dienen soll. Wie Entnahmen je nach Rechtsform steuerlich wirken und welche Anlagen passen, entscheiden Sie mit Ihrer Steuerberatung und Ihren Finanzpartner:innen, ich bereite Ziel, Regel und Optionen dafür vor.
- Analyse Einnahmen, Entnahmen, private Ausgaben und bestehendes Vermögen außerhalb des Unternehmens erfassen
- Planung Ziel als Eigentümer:in festlegen, Entnahmeregel und Anteil für den Vermögensaufbau bestimmen
- Umsetzung eigenes Aufbaukonto einrichten, die Regel per Dauerauftrag ausführen, Abweichungen bewusst entscheiden
Aufgaben
- Eigentümerziel formulieren: wofür das Unternehmen Ihnen dienen soll, über das laufende Einkommen hinaus
- Entnahmeregel festlegen, die unabhängig vom aktuellen Kontostand gilt
- Aufbaukonto getrennt vom Alltagskonto führen, gespeist per Dauerauftrag statt per Einzelentscheidung
- Vermögen außerhalb des Unternehmens einmal im Jahr gesondert betrachten und mit dem Ziel vergleichen
- Reinvestitionen als bewusste Entscheidung behandeln, mit Begründung, warum das Geld im Unternehmen bleibt
- Steuerliche Wirkung von Entnahmen und möglichen Strukturen mit der Steuerberatung klären
Erkennen Sie sich wieder?
Keine Ausgangslage gleicht der anderen. Im Kurzgespräch klären wir, wo Sie stehen und womit Sie beginnen.
