Investitionen aus dem Bauch entschieden
Eine Gelegenheit taucht auf, das Gefühl ist gut, und die Entscheidung fällt schnell. Manches geht auf, manches nicht, aber im Nachhinein lässt sich kaum sagen, warum, und beim nächsten Mal läuft es wieder genauso.
ProzessStand:
Was ist los?
Ob neue Anlage, Beteiligung, Immobilie oder Übernahme: Die Entscheidung entsteht im Gespräch, nach einer Besichtigung oder auf Empfehlung. Zahlen werden nachträglich gesucht, um das Gefühl zu bestätigen. Läuft ein Vorhaben schlecht, wird weiter Geld nachgeschossen, weil schon so viel drinsteckt. Erfahrung ist vorhanden, aber sie fließt nicht geordnet in die nächste Entscheidung ein.
Symptome & Folgen
- Entscheidungen fallen unter dem Zeitdruck des Gegenübers → Die Prüfung entfällt, Risiken zeigen sich erst später
- Unterlagen werden gesucht, nachdem entschieden ist → Bestätigung statt Prüfung
- Kein vorab festgelegter Abbruchpunkt → Verlustbringer werden zu lange weitergeführt
- Gute und schlechte Entscheidungen werden nicht ausgewertet → Dieselben Fehler wiederholen sich
- Partner:innen oder Familie erfahren erst nachher davon → Vertrauen leidet, die Verantwortung bleibt bei einer Person
- Viele kleine Engagements nebeneinander → Die Aufmerksamkeit zerfällt, keines wird ausreichend betreut
Warum passiert das?
Unternehmer:innen sind es gewohnt, schnell zu entscheiden, und das hat sie erfolgreich gemacht. Im eigenen Kerngeschäft ist das Bauchgefühl gut geschult, außerhalb davon fehlt diese Erfahrung, das Gefühl bleibt aber gleich stark. Ohne festen Ablauf gewinnt, wer überzeugend auftritt, und nicht das bessere Vorhaben.
Typische Ursachen
- Kein Prüfschema: Es gibt keine Liste von Fragen, die jedes Vorhaben beantworten muss
- Keine Schwelle: Unklar, ab welchem Betrag oder Risiko ein ausführlicher Ablauf gilt
- Fehlende Abbruchkriterien: Es ist nicht vorab festgelegt, wann ein Vorhaben beendet wird
- Keine Auswertung: Vergangene Entscheidungen werden nicht mit dem damaligen Plan verglichen
- Allein entschieden: Niemand stellt kritische Fragen, bevor unterschrieben wird
Was ist zu tun?
Das Bauchgefühl bleibt wertvoll, es braucht aber einen Rahmen, der es prüft. Jede größere Investition durchläuft festgelegte Stufen, und an jeder gilt: Jede Entscheidung ist ein Stop-Go-Gate, also weiter, anpassen oder beenden. Rechtliche und steuerliche Fragen entscheiden Sie mit Rechtsanwaltschaft und Steuerberatung, ich bereite Unterlagen und Optionen so vor, dass sie rechtzeitig auf dem Tisch liegen.
- Analyse bisherige Investitionen sichten: wie entschieden wurde, was geplant war und was eingetreten ist
- Planung Prüfschema mit Kernfragen, Schwellen für den ausführlichen Ablauf und Stop-Go-Gates mit vorab festgelegten Abbruchkriterien
- Umsetzung neue Vorhaben durch das Schema führen, jede Entscheidung festhalten, Ergebnisse regelmäßig mit dem Plan vergleichen
Aufgaben
- Kernfragen für jedes Vorhaben festhalten: wozu es dient, was schiefgehen kann, wie viel Zeit es bindet, wann es beendet wird
- Schwellen festlegen, ab denen eine Nacht darüber geschlafen, eine weitere Meinung eingeholt oder ein ausführlicher Plan erstellt wird
- Abbruchkriterien vor dem Start schriftlich vereinbaren, nicht erst, wenn es schlecht läuft
- Investitionsprotokoll führen: Annahmen, erwartetes Ergebnis, Zeitpunkt der nächsten Prüfung
- Auswertung einmal im Jahr: welche Annahmen gestimmt haben, welche nicht, und was daraus folgt
- Kritisches Gegenüber bestimmen, das vor jeder größeren Entscheidung unbequeme Fragen stellt
Erkennen Sie sich wieder?
Keine Ausgangslage gleicht der anderen. Im Kurzgespräch klären wir, wo Sie stehen und womit Sie beginnen.
